19. Jahrhundert

Windisch feiert das Brötliexamen wie alle Gemeinden im Eigenamt am weissen Sonntag (= erster Sonntag nach Ostern)

1897

Erstes Jugendfest im Juli

1927

Das Jugendfest findet in Zukunft nur noch alle zwei Jahre im Turnus mit den Schulreisen, damit für diese mehr Geld zur Verfügung steht, statt.
Das Fest soll am 2. Sonntag im Juli stattfinden.

1939

Jugendfest und 50-Jahr-Feier Schulhaus (Dorfstrasse)
Am Umzug wird das Schulhausmodell mitgetragen.
Zweiteiliges Schauspiel zur Geschichte des Schulhauses.

«Ein Gemeinschaftswerk der Lehrerschaft, was gewiss für den harmonischen Schulgeist in Windisch ein schönes Zeugnis ablegt. Die spielende Schuljugend war aber auch mit ganzem Herzen dabei, dass es eine Freude war, zwei Stunden lang dem sinnreichen und farbenfrohen Festspiel zu folgen.»

«Füfzg Johr stohts jetz, das isch en Zit,
wo vieles cha passiere.
Und mänge chunt und mänge goht
und tuet drininn studiere.

Es isch nit jedes glichlig gschit,
das cha mer net verlange.
Doch rächt und brav cha jedes si
und a der Heimet hange.

Und d’Heimet isch eus s’höchsti Guet.
Die wämmer all bewahre.
Das tüend die Chind gelobe fescht
Do zwüsche Rüss und Aare.

Und wenn’s denn gross sind, wänd au all
Im Schwizerländli nütze.
Und wenn’s denn einisch ernsthaft gilt,
denn hälfe’s d’Freiheit schütze.»

1939-1945

September 1939: Mobilmachung
Während des 2. Weltkrieges kein Jugendfest

1946

«Freuen wir uns dessen, dass wir nach einer Zeitepoche von grausamen Geschehnissen in Unversehrtheit unserer Heimat ein Fest mit der Jugend feiern dürfen.»

Auftakt am Samstagabend mit dem Zapfenstreich, «ausgeführt durch die Musikgesellschaft Eintracht». Zusammen mit den Tambouren des Turnvereins und der Kadetten.
Route: Schulhaus- Scheuergasse-Zürcherstrasse-Hauserstrasse-Reutenen-Klosterzelg-Dorfstrasse-Unterdorf.
Auf Neuerstelltem Tanzboden werden Lieder eingeübt. Hoffnung auf schönes Wetter.
Fahnen können bei Sattlerei Schneider mietweise bezogen werden.

1948

Der Umzug führt bei «verhältnismässig günstiger Witterung» «durch die weitverzweigte Gemeinde unter mehreren bekränzten Begrüssungsbögen zum Schulplatz, wo im Freien getanzt, gespielt und gesungen wurde.»
«Viele Brugger haben der Nachbarsgemeinde bei diesem Anlass ein Besüchlein abgestattet und sich mit den Windischern gefreut.»

1950

Die Schulpflege dementiert in der Presse Gerüchte, wonach sich Pfarrer Keller gegen die Mitwirkung der Vereine am Jugendfest stellt und Einfluss auf das Programm nehmen will.
Die Kirchenpflege reagiert auf den Vorschlag der Schulpflege, auch einmal den katholischen Pfarrer die Jugendfestansprache halten zu lassen, mit Bestimmtheit: Sie entscheide, wer in der Windischer Kirche zu sprechen habe.
Pfarrer Keller hält die Jugendfestansprache.

1952

Der Gemeinderat erlässt einen Aufruf, die Häuser zu beflaggen. Fahnen können «bei billigster Berechnung» bei Albert Schneider, Sattlerei und Aussteuergeschäft bezogen werden.

1954

Jugendfest (Windischer Impressionen)

«Morgens birgt die Kirchenhalle
Mühsam nur die Kinder alle,
die zum lieben Heiland flehn.
Wirbelwind weht hoffnungsfrische
Frohgesichter an die Tische,
und gleich wird es weitergehn.

Seht sie nur, die Kleinst und Kleinen,
Bunte Bänder, weisses Leinen,
Junge Kränze, Blumenstrauss.
Wang an Wang mit Sang und Klange
Kriecht durchs Dorf die bunte Schlange,
Fahnen schmücken jedes Haus.

Dem zu zwei und zweit gepaarten
Blütenzarten Kindergarten
Folgt all was die Schule fasst.
In des Stromes träger Welle
Rudert die Musikkapelle
Als lieblauter Ehrengast.

Auf dem Festplatz welch Gewimmel.-
Knaben klettern in den Himmel.
Preise lohnen den, der’s wagt.
Drüben lockt aus sattem Grüne
Blankgefegt die Tanztribüne.
Bloss den Grossen ist’s versagt.

Einzig Schönheit ist geduldet.
Alter schuldig – unverschuldet
Weiht das Heut – dem Kinderspiel.
Morgen hagelt’s Zeugnisnoten.
Uebermorgen ist’s verboten.
Ueber’s Jahr – wer weiss das Ziel?»

(Hans G. Bressler)

1956

«Üblicher vormittäglicher Umzug ins Unterdorf»
Festgottesdienst in der Kirche mit Ansprache von Pfarrer Kurt Rohr
Jugendfestbrote fallen etwas kleiner aus als in früheren Jahren, was der Freude aber keinen Abbruch tut.
Am frühen Nachmittag Besammlung auf der Reutenen zum Festzug via Klosterzelg, Oberburg zum Festplatz «unter schattigem Laubdach.»
1958
Am Vorabend wird zum Zapfenstreich geblasen.
Morgenfeier in der Kirche mit Ansprache des Pfarrers, anschliessend werden beim Schulhaus die Brote verteilt.
Umzug am Nachmittag: Reutenen – Klosterzelg – Brunnernrain –  obere Linde – Scheuergasse – Dorstrasse  zum Festplatz beim Schulhaus.
Die Schulfahne von 1913, «deren Tragen Ehrensache ist», gestiftet vom damaligen Gemeindeschreiber Hoffmann, wird mitgetragen.

Allen Kindern wird ein Zobig mit Tee serviert.

1960

Das Jugendfest ist ein «unbewegliches» Fest am 2. Sonntag im Juli, egal welches Wetter herrscht. Das Wetter ist schon während Büscheliwoche schlecht. Seit Mittwoch schulfrei. Am Donnerstag besammen sich die Buben um 05.00 Uhr um im Habsburgwald Moos zu sammeln, das von den Mädchen in der Turnhalle zum Kränzen gebraucht wird.

Die Musikgesellschaft Eintracht weckt die Gemeinde am Sonntag um 06.00 Uhr mit einem Trommelwirbel.

Umzug vom Dorfschulhaus ins Unterdorf und zum Festgottesdienst in der Kirche, dem vormittäglichen Höhepunkt. Festpredigt Pfarrer Kurt Rohr über die Bekehrung des Kämmerers der Königin von Aethiopien durch den Apostel Philippus.
Wie in früheren Jahren wird die Feier per Lautsprecher ins Freie übertragen, wo man für das Publikum mitten auf dem Friedhof Stühle aufgestellt hatte.
Während dem Umzug von der Reutenen zum Festplatz beim Dorfschulhaus setzt Dauerregen ein. Danach Schlechtwetterprogramm

Erstmals feiern die Hausemer am selben Sonntag, d.h. sie kommen nicht mehr für ihren Festgottesdienst in die Windischer Kirche.

1962

«Die Morgenfeier des Jugendfestes wird zum letztenmal in der reformierten Kirche abgehalten. Der Kirchenraum vermag kaum die Kinder zu fassen und das Volk verfolgt die Darbietungen über den Lautsprecher auf dem Kirchenplatz.»

1964

«Am Jugendfest, das bei strahlendem Wetter jung und alt vereinigt, nehmen am Nachmittagsumzug keine Vereine mehr teil.»
Die Morgenfeier findet auf dem Schulhausplatz Dorfschstrasse statt.

1966

Samstag, 2. Juli: Einweihung des Bezirksschulhauses
Am Abend Reigenhauptprobe (19.00 Uhr)  und Zapfenstreich, angeführt von den Windischer Musikanten: Dohlenzelg – Reutenen – Klosterzelg – Mitteldorf – Unterdorf

Sonntag: Jugendfestumzug vom Dorfschulhaus ins Unterdorf, das wie jedes Jahr mit mehreren schönen Kränzen besonders schön geschmückt ist. «Was wäre ein Jugendfestumzug ohne Besuch im Unterdorf!»

Die Morgenfeier findet in der Festhütte beim Dohlenzelg statt, die seit dem Kantonalturnfest steht. Festansprache von Pfarrer Theodor Keller (Gleichnis vom verlorenen Sohn). Liedvorträge der Schüler, zum Schluss Gemeindegesang «Nun danket alle Gott»

Nachmittag: Sternmarsch, in 3 Gruppen mit je einem Musikkorps von Schulhaus Dorfstrasse, Reutenen und oberem Lindenplatz zum Festplatz Dohlenzelg.
Es finden die üblichen Spiele statt: Wannenspringen, Sackgumpen, Stangenklettern, Stelzenlauf. Kasperlitheater für die Kleinen.

Die Musikgesellschaft spielt zum Tanz auf. Diesmal gibt es, während sie beim Nachtessen ist, keine Pause sondern Schallplattenmusik für die Tanzenden.

Schlusslied «Kein schöner Land».

1968

An der Morgenfeier beim Dorfschulhaus spricht erstmals der katholische Pfarrer Eugen Vogel.

1970

Die Morgenfeier findet erstmals im Amphitheater statt. Festansprache durch einen Lehrer.

1972

An der Morgenfeier spricht der Gemeindeammann Aldo Clivio.
Die Jugendfestkommission hält im Rückblick fest: «Schüler vermehrt zum Kränzen an den öffentlichen Plätzen und Strassen einsetzen – dadurch bessere Atmosphäre der Schüler zum Jugendfest. Schulhaus beim jeweiligen Festplatz sollte besser geschmückt werden.»

1974

Kein Zapfenstreich. Die Eintracht begibt sich zum Amphi. Reigenprobe der Schüler im Amphi. Anschliessend Platzkonzert auf dem Pausenplatz Bez.

1976

Freitag: Zapfenstreich vom Kreuzplatz Unterwindisch zum Amphi, Reigenhauptprobe im Amphi, Platzkonzert der MG Eintracht auf dem Festplatz Dohlenzelg.

Samstag:  Umzug vom Kreuzplatz Unterwindisch – Dorfstrasse – Zürcherstrasse bis Eingang Königsfelden – Kontermarsch – Hauserstrasse – Amphitheater (Mitwirkung MG Eintracht, Arbeitermusik, Blaukreuzmusik)
Motto Morgenfeier im Amphi:  REISEN

«Vor 10 Jahren wurde die Bezirksschule Windisch eingeweiht. Die Lehrerschaft der Bezirksschule erkundigt sich, ob anlässlich des Jugendfestes dieses 10-jährige Jubiläum gefeiert werden könnte.»

1978

Freitag:  Platzkonzert, keine Festwirtschaft.
Morgenfeier im Amphi

Diskutiert wird (Prot. 23.2.1978): «Zapfenstreich: Verschiedentlich wurde der Wunsch geäussert, während des Platzkonzertes der Musikgesellschaft «Eintracht» (anschliessend an die Reigenprobe) Getränke zu verkaufen. Die Lehrerschaft und die Schulpflege sollen sich darüber äussern, ob der Zapfenstreich mit einer kleinen Festwirtschaft beim Dohlenzelgschulhaus kombiniert werden soll.»

Rückblick:  «Die Umrahmung der Feier durch Darbietungen von Schülern fand guten Anklang, was jedoch nicht heisst, dass generell auf einen Jugendfestredner verzichtet werden soll.»

1980

Freitag:  Zapfenstreich vom Kreuzplatz Unterwindisch zum Amphi. Reigenhauptprobe im Amphi. Platzkonzert MG Eintracht auf Festplatz Dohlenzelg

Samstag: Umzug vom Kreuzplatz Unterwindisch – Dorfstrasse – Zürcherstrasse bis Eingang Königsfelden – (Kontermarsch) – Hauserstrasse -Amphitheater. Morgenfeier im Amphitheater.
Festwirtschaft durch Einwohnerrat (Erlös zu Gunsten der Behinderten-Werkstatt und des Jugend-Fürsorgevereins)

1982

Kein Jugendfest nach Abschaffung der Ortzulagen für die Lehrer durch das Stimmvolk 1981.

Eine Interessengemeinschaft organisiert das «Fest der Jugend», das grossen Zuspruch findet.

1984

Mittwoch (4. Juni): Platzkonzert MG Eintracht, Unterdorf Kreuzplatz – Abmarsch zum Festplatz – Platzkonzert MG Pausenplatz Bez. Plausch-Fussballmatch Behörden-Lehrer

1986

2000 Jahre Windisch: «Historisches Jugendfest» mit Umzug
Hauptfestplatz: Chapf-Dohlenzelg-Bez / Rütenen
Freitag: Festwirtschaft (TV)

1988

Motto: Kugel und Rad
Festrednerin: Pfarrerin Akke Goudsmit

1990

Umzug – Motto Morgenfeier im Amphi: «Jahreszeiten». Festredner Pfr. Eugen Vogel. Jugendfestbrote werden per Fallschirmspringer verteilt.

1992

Motto: Fremde Welten
Freitag: Platzkonzert MG Eintracht (Dohlenzelg), Sport Schüler

1994

Motto:  Kaleidoskop Schweiz

1996

Motto: Farben – Formen – Klänge, Morgenfeier im Amphi

1998

Motto: FANTASIA

«Fantasia beflügelt nicht nur die Schüler der Bezirksschule beim Zapfenstreich und Auftakt des Jugendfestes, sondern auch die Lehrer in einer Kabaretteinlage zu aktuellen Windischer Themen und die Darbietungen an der Morgenfeier im Amphitheater.»

2000

JUGENDFEST GEMEINSAM MIT BRUGG im Geissenschachen.
Das Jugendfest geht über in das dreitägige Fest «Potz 2-tuusig»

2002

Win-Wind-Windisch
Freitag: «Ein Dorf im Aufwind» im Amphi
Lunapark, Festwirtschaft (TV)

2004

Motto: KREISE
Freitag:  Musikalische Surp-REISE
Lunapark, Festwirtschaft (TV), Fussball-EM-live

2006

Motto: WM – Windisch Mobil
Freitag: Lunapark

2008

Motto: Brot und Spiele. Das Jugendfest steht im Zeichen der Habsburger Gedenkjahres. 160 Schülerinnen und Schüler aus dem Eigenamt nehmen teil und erhalten ein Jugendfestbrot (in der Tradition der Agnes-Brotabgabe an die Armen im 14. Jahrhundert)

2010

Windisch verzichtet zu Gunsten der kantonalen Feier zum Jubiläum 175 Volksschule Aargau im Amphitheater auf das Jugendfest.

2012

Nach sechs Jahren wieder ein Jugendfest im «bewährten, traditionellen Rahmen»:

Motto: Visionen – Illusionen

Freitag: Lunapark, Konzert MG Eintracht
Morgenfeier im Amphi: Es gibt wieder eine Rede: Festrednerin ist die 18jährige Zoé Pedrozzi, Windisch

2014

Motto: «uf und devoo»